Best Of Elektornik
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Platinen erstellen

Vorbereitung

1. Arbeitsschritt Vorbereitung

1. Arbeitsschritt

Sie benötigen Papier, Schere, Tixo und eine Katalogseite mit glatter Oberfläche. Normales Papier eignet sich nicht!
Dieses Verfahren funktioniert nur mit Laserdrucker!
Für die weiteren Schritte benötigen Sie ein Bügeleisen, ein Leinentuch, Spülmittel, Schutzbrille, Pinsel, Wäscheklammer und Aceton.
Optional: Säurefester Stift

Ausdrucken

2. Arbeitsschritt Ausdrucken

2. Arbeitsschritt

Das präparierte Papier mit der richtigen Seite nach oben in den Laserdrucker legen und ausdrucken.
ACHTUNG: Der Ausdruck muss gespiegelt werden. Die Beschriftung auf der Printseite darf nicht lesbar sein.

3. Arbeitsschritt Aufkleben

3. Arbeitsschritt

Den Ausdruck passend ausschneiden. Am besten einen Rand von 1cm freilassen, um den Ausdruck auf die Platine festzukleben.
Gerade bei den ersten Versuchen ist es ratsam, den Print mehrmals auszudrucken und auf der Printseite aufzukleben.
WICHTIG: Die Seite mit dem Ausdruck nach unten!

Aufbügeln

4. Arbeitsschritt Aufbügeln

4. Arbeitsschritt

Dieser Arbeitsschritt ist der Wichtigste.
Wird hier schlampig gearbeitet, werden spätestens beim Ätzen Lücken in den Leiterbahnen entstehen.

Die Platine in ein Leinentuch einwicklen. Das Bügeleisen auf volle Leistung stellen und mit dem Bügeln beginnen.
Durch das Bügeln wird der Toner von der Katalogseite auf die Platine übertragen.

Jede Seite muss mindestens 90 Sekunden gebügelt werden. Nach den 90 Sekunden die Platine um 90 Grad drehen und den Vorgang wiederholen.

Tipp: Meine Erfahrungen haben gezeigt dass der Toner nicht vollständig auf die Platine übertragen wird. In den Leiterbahnen sind also winzige Löcher. Eine Möglichkeit um dies auszubessern ist, erfahren Sie später.

Abwaschen

5. Arbeitsschritt Abwaschen

5. Arbeitsschritt

Nach dem Bügeln müssen die überflüssigen Papierreste von der Platine getrennt werden. Dies erreicht man am besten mit einer Wasser-Spühlmittel Lösung.

Die Platine in die lauwarme Lösung geben und einige Minuten einwirken lassen. Danach die gelösten Papierreste mit den Fingern entfernen.

Ausbessern

6. Arbeitsschritt Ausbessern

6. Arbeitsschritt

Bei größeren Lücken kann mit Hilfe eines säurefesten Eddings händisch ausgebessert werden.

Wie bereits erwähnt lassen sich die winzigen Löcher in den Leiterbahnen mit Hilfe eines einfachen Tricks beseitigen.
Das Büegeleisen verkehrt in einen Schraubstock spannen und die Platine nocheinmal f¨r ein, zwei Minuten erwärmen. Dadurch wird der Toner flüßig und die Löcher schließen sich.

Ätzen

7. Arbeitsschritt Ätzen

7. Arbeitsschritt

Nun zum aufwendigsten Teil der Platinenherstellung. Um überschüssiges Kupfer von der Platine zu entfernen werden alle nicht benötigten Kupferstellen weggeätzt. Als Ätzmittel eigenen sich unter anderem Eisen(III)Chlorid oder Natrium-Persulfat.

Nach dem Ätzen sollte die Platine gründlich mit Wasser gespühlt werden. Dafür habe ich mir einen großen, mit Wasser gefüllten Kübel vorbereitet.

Als Ätzmittel verwende ich Eisen(III)Chlorid. Dies bekommt man kostengünstig in diversen Elektronikgeschäftern

Die besten Ergebnisse erreicht man, wenn die Säure auf 45°c erwärmt wird.

ACHTUNG: Eisen(III)Chlorid ist gesundheitsschädlich beim Verschlucken und reizt die Haut. Es besteht die Gefahr ernster Augenschäden. In Verbindung mit Alkalimetallen (1. Hauptgruppe im Periodensystem) besteht Explosionsgefahr
Das Ätzmittel kann in Altstoffsammelzentren (bei nicht gewerblicher Nutzung) gratis entsorgt werden.

Um keine Flecken auf dem Arbeitsplatz zu hinterlassen lohnt es sich eine Folie aufzulegen. Lösen Sie das Eisen(III)Chlorid zuerst vollstänstig auf, bevor Sie die Platine hineingeben.

ACHTUNG: Benutzen Sie keine Eisenteile um die Platine zu wenden oder herauszunehmen. Diese korridieren bei Berührung mit dem Ätzmittel!

Zum Herausnehmen der Platine eignet sich eine Wäscheklammer. Wenden Sie regelmäßig die Platine und entfernen Sie am besten mit einem Pinsel das gelöstes Kupfer. Je häufiger Sie "pinseln", desto schneller ist die Platine fertig.

Reinigen

8. Arbeitsschritt Reinigen

8. Arbeitsschritt

Ist die Platine fertig geätzt, so muss überschüssige Säure entfernt werden. Wie bereits oben erwähnt tauche ich die Platine in ein bereits vorbereitetes Wasserbad.

Anschließend wird der mittlerweile überschüssige Toner mit Aceton entfernt.

Bohren

9. Arbeitsschritt Bohren

9. Arbeitsschritt

Grundsätzlich werden alle Bohrungen mit 0,8mm Bohrer gebohrt. Für spezielle Bauteile (Potis, Lötstifte, ...) werden Bohrungen größere Durchmesser (1,3mm, ...) benötigt. Verwenden Sie eine Bohrmaschine mit hoher Drehzahl. Bei langsamem Drehzahlen rutscht der Bohrer ab und die Bohrung wird unsauber.

Tipp: Teure PCB Bohrer sind überflüßig. Im Fachhandel gibt es Bohrer in den benötigten Durchmessern um bereits 50Cent pro Stück.

Hinweis: Bohren Sie sorgfälltig und genau, ansonsten war die ganze Arbeit umsonst.

Zuschneiden/Schleifen

10. Arbeitsschritt Zuschneiden/Schleifen

10. Arbeitsschritt

Zu guter Letzt, wird die Platine nocheinmal auf Maß zugeschnitten und die Kanten sauber geschliffen.

Durch die Bohrungen entstanden auf Print, bzw. Bestückungsseite nicht gewollter Spanreste. Diese lassen sich am einfachsten mit einem speziellen Schwamm entfernen.

11. Arbeitsschritt Verzinnen

11. Arbeitsschritt

Die fertige Print kann nun verzinnt oder mit einem Lötstopplack veredelt werden. Dieser Arbeitsschritt ist optional durchführbar.